{"id":3331,"date":"2021-06-30T11:28:10","date_gmt":"2021-06-30T10:28:10","guid":{"rendered":"https:\/\/jfb-stiftung.de\/st-paulus-stift-neuoetting\/2185-2\/"},"modified":"2023-02-16T09:16:28","modified_gmt":"2023-02-16T08:16:28","slug":"2185-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jfb-stiftung.de\/st-paulus-stift-neuoetting\/2185-2\/","title":{"rendered":"Heilerziehungspfleger*in alles andere als langweilig"},"content":{"rendered":"<p><strong>Krisensicher, abwechslungsreich und direkt am Menschen, wer zieht heutzutage schon so ein Fazit seines zuk\u00fcnftigen Berufs. Das wollten wir genauer wissen. Unsere Redakteurin Johanna Richter hat sich mit drei frischgebackenen Heilerziehungspfleger\/innen des St. Paulus Stift Neu\u00f6tting unterhalten.<\/strong><\/p>\n<p>Birgit Linder ist eine Quereinsteigerin wie aus dem Bilderbuch. Denn Erfahrung in der Arbeit mit behinderten Menschen hatte die gelernte B\u00fcrokauffrau bis dato nicht. Noch dazu hat sie ihre Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin (HEP) mit 47 begonnen und ist jetzt 50. Doch ob jemand die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin machen kann, h\u00e4ngt nicht vom Alter ab, sondern davon, ob derjenige Eigenschaften mitbringt, die man im Umgang von Menschen mit Behinderung braucht, n\u00e4mlich Empathie und Geduld, erz\u00e4hlt sie. Und genau diese Eigenschaften hat Birgit.<\/p>\n<p><strong>Wie sind Sie darauf gekommen ihren alten Beruf an den Nagel zu h\u00e4ngen und stattdessen mit und f\u00fcr Menschen mit Behinderung zu arbeiten?<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eIch hatte \u00fcberhaupt keine Erfahrungen in diesem Bereich, hatte aber vom ersten Tag an einen guten Draht zu meinen Klienten. Die Arbeit hat mir einfach gro\u00dfen Spa\u00df gemacht. Nachdem mich die Gesch\u00e4ftsbereichsleiterin fragte, warum ich nicht die Ausbildung zum HEP mache, entschloss ich mich, nach anf\u00e4nglichen Bedenken bez\u00fcglich meines Alters, es zu probieren und bin \u00fcber meine Entscheidung immer noch sehr gl\u00fccklich.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Birgit, was haben Sie denn in ihrer Ausbildung alles gelernt?<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eIn der Fachschule erlernte ich das theoretische Hintergrundwissen, das erlernte Wissen konnte ich in der Praxis direkt anwenden. In der Ausbildung lernte ich u.a. die Themenkomplexe P\u00e4dagogik, Medizin und Psychologie kennen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Neben Birgit ist auch Alexandra Mattscheck nicht gerade die \u201etypische Azubine\u201c. Sie ist 29 Jahre und bringt schon eine Menge Erfahrung aus ihren bisherigen zwei Ausbildungen als Kinderpflegerin und zur Medizinischen Fachangestellten mit. Zwei Jahre arbeitete sie bereits auf einer Wohngruppe des St. Paulus Stifts, bevor sie sich zu ihrer dritten Ausbildung entschloss.<\/p>\n<p><strong>Alexandra, was ist das wichtigste im Umgang miteinander, was w\u00fcrden Sie sagen?<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eMenschen mit Beeintr\u00e4chtigungen zeigen sich als wertvolle Mitmenschen, welche keinerlei Vorurteile besitzen. Sie handeln stets nach dem Motto: \u201eWie du mir, so ich dir\u201c. Wenn man dem Menschen mit Respekt gegen\u00fcbertritt, zeigen sie sich als freundliche und respektvolle Mitmenschen. Gegenseitiger Respekt ist der Schl\u00fcssel dazu gute Beziehungen aufzubauen.\u201c <\/em><\/p>\n<p><strong>Gegenseitiger Respekt ist also sehr wichtig und welche Eigenschaften sollte man f\u00fcr den Beruf noch mitbringen, was meinen Sie?<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eMeiner Meinung nach steht Empathie an erster Stelle. Doch auch die F\u00e4higkeit sich zu reflektieren und sich auf neue Situationen einzulassen. Zudem sollte man eine gewisse Teamf\u00e4higkeit mitbringen, welche das Arbeiten f\u00fcr einen selbst erleichtert. Man sollte sich der Werte und Normen innerhalb der Gesellschaft bewusst sein und den Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung mit Respekt gegen\u00fcbertreten.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Wie sieht ihr typischer Tag aus?<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eEs gibt in diesem Beruf keinen typischen Tag und das ist ja genau das Sch\u00f6ne an diesem Beruf.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Auch Thorsten Latta, der dritte im Bunde, sch\u00e4tzt das Abwechslungsreiche in seinem Beruf. Er ist 40 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder.<\/p>\n<p><strong>Thorsten, Sie sind bald Heilerziehungspfleger. Darin ist ja das Wort \u201ePfleger\u201c enthalten. Wie pflegen Sie denn die Menschen genau?<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eHEP ist weit mehr als nur der \u201ePfleger\u201c. Ich bin in erster Linie Bezugsperson oder Partner f\u00fcr Menschen mit Behinderung und unterst\u00fctzte sie als dialogischer Partner. Dabei geht es darum, Bed\u00fcrfnisse und F\u00e4higkeiten des Menschen mit Behinderung zu erkennen und M\u00f6glichkeiten zu schaffen, damit sich dieser mit all seinen F\u00e4higkeiten entfalten kann. In meiner Arbeit als HEP m\u00f6chte ich Ber\u00fchrungs\u00e4ngste abbauen, damit Menschen mit und ohne Behinderung in unserer Gesellschaft in Zukunft ganz selbstverst\u00e4ndlich miteinander leben (Inklusion).\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Sie haben mal das Studium des Maschinenbaus und auch der Theologie begonnen. Warum haben Sie jetzt ihren Traumberuf gefunden? <\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eIch sch\u00e4tze die echte und direkte R\u00fcckmeldung auf meine Arbeit durch unsere Bewohner*innen, was nicht passt wird sofort und direkt durch sie angesprochen. Au\u00dferdem macht mir das Arbeiten im Team sehr viel Spa\u00df. Ich habe auch immer gen\u00fcgend Freiraum meine eigenen Ideen mit den Bewohner*innen ganz unkompliziert umzusetzen. Was wirklich toll ist, sind die niedrigen Hierarchien bei uns im St. Paulus Stift und das stets offene Ohr der Leitungsebenen bei pers\u00f6nlichen Anliegen. Es sind sowohl unter den Mitarbeitenden, also auch unter den Bewohnern Begegnungen auf Augenh\u00f6he und mit gr\u00f6\u00dftem Respekt und das sch\u00e4tze ich sehr.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Vielen Dank an euch Drei, dass ihr uns einen kleinen Einblick in den Beruf des Heilerziehungspflegers\/der Heilerziehungspflegerin gegeben habt. Das neue Ausbildungsjahr beginnt im September. Neben guten Fort- und Weiterbildungsm\u00f6glichkeiten bietet der Beruf auch Quereinsteiger*innen gute Einstiegschancen. Auf eine fachliche und soziale Begleitung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler wird im St. Paulus Stift gro\u00dfen Wert gelegt. Infos und weitere Kontaktm\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine Ausbildung per Mail an <a href=\"mailto:bewerbung@jfb-stiftung.de\">bewerbung@jfb-stiftung.de<\/a> oder direkt beim St. Paulus Stift Neu\u00f6tting nachfragen. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier geht es zur <a href=\"https:\/\/jfb-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/PM_Ausbildung_Heilerziehungspfleger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krisensicher, abwechslungsreich und direkt am Menschen, wer zieht heutzutage schon so ein Fazit seines zuk\u00fcnftigen Berufs. Das wollten wir genauer wissen. 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